home > aktuell
24.08.2015

Tenor und Theatervielfraß


Carsten Süss.. Der Tenor ist ab der kommenden Saison Ensemblemitglied, jetzt singt er den Tassilo in Kálmáns „Gräfin Mariza“.



Druckversion
als Text versenden
verwandte Themen
Die aktuelle BÜHNE
Ich habe das Gefühl, Wien wird meine Stadt“, sagt Carsten Süss mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Seit Kurzem ist der gebürtige Mainzer wieder hier, um für die Wiederaufnahme der Gräfin Mariza an der Wiener Volksoper zu proben. Süss verkörpert den Grafen in der Kálmán-Operette, eine „Charakterrolle, die einem nicht nur gesanglich, sondern auch spielerisch und psychologisch einiges abverlangt“, so der Tenor. „Tassilo ist ein dickköpfiger Überzeugungstäter, der in dem von Standesdünkel, verletztem Ehrgefühl und verletztem Stolz ausgelösten Wirrwarr eine schon fast pathetische Opferbereitschaft an den Tag legt.“ Wieder hat sich Carsten Süss intensiv mit der Rolle auseinandergesetzt und dabei nach neuen Details und Perspektiven gesucht: „Die Operette braucht charakterlich gefestigte Darsteller, um glaubhaft zu sein. Stimmlich gehört sie zum Schwersten überhaupt. Mir hat sie den Weg zu Strauß und Wagner geebnet.“ Süss ist bekennender Operetten-Fan, nicht nur als Sänger, sondern auch als Regisseur und Autor. Er verfasste bereits zwei Operetten-Revuen, zuletzt im Auftrag des Theaters Krefeld, wo er auch die Inszenierung übernahm. „Ich habe gemerkt, dass ich ein besserer Sänger bin, wenn ich schreibe und Regie führe. So kann ich neue Ausdrucksmöglichkeiten erarbeiten, die ich gerne sehen möchte.“
Carsten Süss ist durch und durch Theatermensch. Dass er Sänger werden will, wusste er schon mit sechs Jahren, nachdem er eine Aufführung von Mozarts Zauberflöte gesehen hatte. Bei seinem Vater, selbst -Kantor und Gesangslehrer, lernte er das Singen und bekam mit 21 Jahren sein erstes Engagement am Volkstheater Bautzen, debütierte dort als Don Ottavio, ging nach Kiel und sang als 25-Jähriger an der Semperoper vor, wo man ihn vom Fleck weg engagierte. Vier Jahre, von 1997 bis 2001, blieb er Ensemblemitglied in Dresden, lernte die Vorteile und Tücken eines großen Musiktheaterbetriebs kennen und beschloss schließlich seinen Weg als freier Sänger zu gehen.
Stimmlich fühlt sich Carsten Süss im lyrischen Fach ebenso zu Hause wie im jugendlichen Heldenfach. „Wenn ich den Charakter einer Rolle verinnerlichen kann, sind meiner Stimme fast keine Grenzen gesetzt. Was ich gar nicht mag, ist Schubladendenken. Als Tenor habe ich unglaublich viele Möglichkeiten und es lohnt sich durchaus, manchmal seine eigenen Grenzen auszuloten.“ So steht auf dem „Menüplan“ des Tenors ein Hoffmann ebenso wie ein Loge, ein Leukippos ebenso wie ein Lensky oder ein Don José. Besonders prägende Momente gab es für den Sänger bisher drei: „1999 habe ich mit Peter Konwitschny die Verkaufte Braut gemacht und Wesentliches über Bühnenpräsenz, Charakter und Haltung gelernt. Meine erste Csárdásfürstin in Köln hat mich in die Welt der Operette eingeführt, und mit Wagners -Rienzi habe ich vor zwei Jahren den Schritt in ein neues Fach gewagt.“
Ab Herbst wird Carsten Süss festes Ensemblemitglied an der Wiener Volksoper, wo er in der kommenden Saison vor allem als Operettensänger zu hören sein wird. Und wenn der 43-Jährige nicht auf der Bühne steht? „Dann gehe ich für mein Leben gerne ins Theater. Da bin ich ein echter Vielfraß und Wien regt meinen Appetit so richtig an.“
Miriam Damev















DIE BÜHNE ALS E-PAPER
zum Vergrößern auf das Bild klicken oder den vollständigen Artikel

als PDF downloaden




 

 

 

 
Adressen und Anfahrt
Allg. Kartenverkauf
Internet-Kartenverkauf
bundestheater.at-CARD
english information

 Schnellsuche Spielplan

 GO
 
Erw. Spielplansuche
Volltextsuche
Persönliches Service
Persönlicher Kalender
Newsletter
Newsletter anmelden
Einstellungen verwalten

Pressezentrum
anmelden

Kontakt
AGB
Info nach § 5 Abs. 1 ECG
Impressum