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Premiere: Ariodante

Wiener Staatsoper

In der Titelpartie ist Dame Sarah Connolly zu erleben, Chen Reiss singt die Ginevra, Hila Fahima die Dalinda. Als Polinesso ist der Countertenor Christophe Dumaux zu hören, Rainer Trost singt Lurcanio. William Christie dirigiert das Barockorchester Les Arts Florissants.

Im Zentrum der Handlung steht das Liebespaar Ginevra und Ariodante. Sie ist die Tochter des schottischen Königs, er ein geachteter Vasall. Bald soll Hochzeit gefeiert werden – und dem vom König geschätzten Ariodante steht obendrein der Weg zum Thron offen. Das vollkommene Liebes- und Lebensglück der beiden ist allerdings von einer Intrige bedroht: Polinesso, Herzog von Albany, neidet Ariodante nicht nur sein Glück, sondern möchte selbst Nachfolger des schottischen Königs werden. Also schmiedet er einen Plan, in dem er sich Dalinda, die Hofdame Ginervas, amourös gefügig macht. Diese verkleidet sich auf sein Geheiß als Ginevra und lässt verliebt Polinesso bei sich ein. Ariodante, der von Polinesso angeführt diese Szene mitbekommt, glaubt an die Untreue seiner Braut, verzweifelt, will sich selbst das Leben nehmen und sucht das Weite. Auch Ginevra, deren Schuld alle annehmen, ist verzweifelt: Denn einerseits hat sie Ariodante verloren, andererseits wird sie von ihrem Vater verstoßen und soll hingerichtet werden. Nun erklärt sich Polinesso, der ein Doppelspiel betreibt, bereit, gegen Lurcanio, dem Bruder des tot geglaubten Ariodante, zu kämpfen und so die Ehre Ginevras wiederherzustellen. Polinesso fällt. Da tritt ein unbekannter, maskierter Ritter an, um für die Ehre Ginevras zu kämpfen: es ist Ariodante, der von der reumütigen Dalinda die Wahrheit erfahren hat. Doch noch bevor es zu einem Kampf kommt, enttarnt sich Ariodante, klärt allen Verrat auf. Zuletzt:  Ariodante und Ginevra sind wieder vereint und Dalinda und Lurcanio werden ein Paar.    Es ist ein mit Eifersucht und Intrigen, mit Kampf und Verrat angereichertes Werk: Ariodante, Händels erstes Werk für das damals brandneue Theatre Royal in Covent Garden. Der Komponist war zu dieser Zeit in London heftigen Konkurrenzkämpfen ausgesetzt, finanziell gebeutelt und angeschlagen. Doch bei einer Bäderkur fasste er neuen Mut und schrieb das – auf Ariosts Epos Orlando furioso basierende – Werk. Und ihm gelang eine abwechslungs- und farbenreiche Musik, darunter die intime Arie „Scherza infida“, die bis heute zu den besonderen Höhepunkten des Händelschen Schaffens zählt. An der Wiener Staatsoper ist Ariodante bisher nie erklungen – und ist neben Alcina nun das zweite Werk des Komponisten im Repertoire.

Premiere: 24. Februar 2018
Reprisen: 26. Februar, 1., 4.*, 8. März 2018 (* Livestream)
Einführungsmatinee: 18. Februar, 11:00 Uhr