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Stellungnahme zur Causa "Teichtmeister"

Bundestheater-Holding

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Bekanntwerden der Anklage gegen Florian Teichtmeister am Freitag 13. Jänner 2023 hat uns zutiefst erschüttert. Sexueller Missbrauch jeglicher Art - selbstverständlich auch in Form der Abbildung und Speicherung von Bildern - ist aufs Schärfste zu verurteilen. Wenn dieser Missbrauch Minderjährige und wie den bisher veröffentlichten Stellungnahmen zu entnehmen ist auch Kinder betrifft, fehlen einfach die Worte. Wir haben bei den Bundestheatern bereits vor einigen Jahren Maßnahmen zur Bewusstmachung von sexueller Belästigung und ebensolcher Übergriffe gesetzt und sind im Zuge dessen eine Kooperation mit dem Weissen Ring eingegangen, der eine externe Opferschutz-Rufnummer betreibt. Dieses Vorgehen über eine anonyme Anlaufstelle soll Opfer ermutigen, das ihnen zugefügte Leid zu artikulieren und Hilfe in Anspruch zu nehmen, was im Falle von Kindern und Jugendlichen ohnehin eine große Hürde darstellt.

Die Information vom Herbst 2021, dass es Gerüchte betreffend einen Schauspieler des Burgtheaters gibt, hat die Geschäftsführung des Burgtheaters zum Anlass genommen, Untersuchungen einzuleiten. Laut den aktuellen Berichten der Direktion wurde Florian Teichtmeister mit den Gerüchten seine Person betreffend konfrontiert. Zudem wurden Befragungen am Arbeitsplatz und im Kreis von Kolleginnen und Kollegen eingeleitet. Auch wurde über die Situation mit dem Anwalt der Bundestheater zur Prüfung allfälliger arbeitsrechtlicher Schritte beraten. Eine Entlassung, Kündigung oder Freistellung auf Basis der zu diesem Zeitpunkt kursierenden Gerüchte, konnten aus arbeitsrechtlicher Sicht nicht vorgenommen werden. Florian Teichtmeister hat bis zum Bekanntwerden der Anklage am 13. Jänner 2023 alle Vorwürfe bestritten und Unwahrheiten zu seiner privaten Lebenssituation verbreitet. Auch wurde das Burgtheater als Dienstgeber laut Angabe der Theaterleitung von Florian Teichtmeister nicht über die gegen ihn laufenden Ermittlungen oder gerichtlichen Maßnahmen informiert.

Seit dem ersten Vorwurf im September 2021 und bis zum Erscheinen der Meldungen auf orf.at und im online-Kurier am 13. Jänner 2023 hat die Bundestheater-Holding keine weiteren Informationen in dieser Sache erhalten oder auch nur Gerüchte wahrgenommen.

Von Frau Staatssekretärin Andrea Mayer gibt es den Auftrag, einen Bericht über die Chronologie der Informationsflüsse zu erstellen. Mit der Umsetzung dieses Auftrags haben wir umgehend begonnen und werden den Bericht schnellstmöglich bereitstellen. Als Bundestheater werden wir alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen aufbereiten und transparent darlegen.

Von minderjährigen Opfern und unmündigen Kindern kann - noch weniger als von Erwachsenen - erwartet werden, dass sie ihre Verletzungen und das erlittene Unrecht artikulieren. Diesem Umstand kann nur Rechnung getragen werden, indem wir wachsam sind und Opfern sexuellen Missbrauchs, insbesondere Jugendlichen und Kindern, jeden möglichen Schutz bieten. Um diese Wachsamkeit und Sorge bitte ich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundestheater aber auch alle anderen Personen, wenn es um den Wirkungsbereich der Bundestheater geht.

Mag. Christian Kircher

Geschäftsführer, Bundestheater-Holding GmbH